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Es ist immer wieder erstaunlich wie schnell und umfassend die Globuli wirken – vorausgesetzt man wendet sie richtig an. Vor allem in diesem Bereich gibt es fast schon spezifische Mittel die mit gut angewendet werden können. Es lohnt sich wirklich, sich diese Notfallmittel gut zu prägen. Unter Umständen können Sie sogar Leben retten. In diesem zweiten Teil werde ich Ihnen die wichtigsten Mittel sehr leicht einprägsam, ohne Umschweife, vorstellen. Denn wenn wir nur wenige, aber sehr wichtige Eigenheiten der Mittel kennen, können wir schnell genug reagieren. Gerade bei Verletzungen ist es sehr wichtig schnell zu handeln. Die besonderen Charakteristika der Mittel werde ich in einem gesonderten Artikel zusammenfassen

Allgemeiner Ratschlag:

Es hat sich als allgemein sehr günstig erwiesen, als Laie akute Verletzungen oder Unfälle immer mit Arnika zu beginnen. Arnika ist der „König der Verletzungsmittel“. Arnika ist das wichtigste Mittel bei Verletzungen jeder Art und hilft immer und wir gewinnen Zeit um das spezifische Mittel zu finden. Eine Gabe Arnika im richtigen Moment kann lebensrettend sein. Außerdem verhindert Arnika nach Verletzungen Entzündungen und Tetanus. Weshalb es auch als Vorbeugung vorzügliche Dienste leistet.


Risswunden:

Risswunden entstehen wenn ein zu starker Zug auf das Gewebe einwirkt. Dabei werden Risswunden als besonders schmerzhaft beschrieben. Sie entstehen z.B durch Verletzungen durch Stacheldraht, bei Dammrissen bei der Geburt oder durch andere Traumata. Auch bei Zahnextraktionen sind Risswunden nicht selten. Risswunden haben nie einen glatten Saum, die Ränder der Wunden sind gezackt und unregelmäßig, genau wie der Name es ja schon sagt.

Als vorzügliches Mittel kommt Calendula in Frage. Das Mittel hat sich gerade bei dieser Form der Verletzung sehr bewährt. Nehmen Sie bitte die C 30 oder die C 200 (je nach Größe und Schwere der Verletzung). In aller Regel reichen täglich 3 Globulis über 3-4 Tage eingenommen. Gerade bei Zahnextraktionen bringt Arnika sehr gute Ergebnisse. Sollten dennoch Schmerzen zurückbleiben, kann Calendula den Rest beseitigen.

Ergänzend kann eine Calendula-Lösung auf die Wunde gelegt werden. Dabei nehmen Sie die Calendula Urtinktur, verdünnen Sie 1:10 mit warmem Wasser. Die Lösung geben Sie auf ein Gaze-Tuch und legen das Tuch auf die Wunde. Davor bitte die Wunde mit dieser Lösung auswaschen. Auch nach der Geburt bei Risswunden am Damm ist diese Maßnahme sehr wohltuend und schmerzlindernd. Die Wundheilung wird dadurch sehr begünstigt.

Schnittwunden:

Staphisagria ist ein Spezifikum bei Schnittwunden. Dieses wunderbare Mittel eignet sich besonders bei scharfen Schnittwunden. Wenn die Kanten der Wunde sehr scharf sind und nicht gezackt etc., ist dieses Mittel vorzuziehen. Diese Verletzungen werden hervorgerufen durch: Operationen, Messer, Skalpell, scharfe Papierkanten oder Rasierklingen. Auch bei Zahnarzteingriffen (scharfer Schnitt mit dem Skalpell), ist dieses Mittel vorzuziehen.

Ich empfehle die C 30 oder die C 200. Je nach Bedarf kann das Mittel 1mal täglich über 3-4 Tage eingenommen werden. Immer jeweils 3 Globuli.

Verstauchungen:

Als Laie sollte man bei Verstauchung gleich an 2 Mittel denken; Arnika und Rhus toxicodendron. Diese zwei Mittel lassen sich sehr gut voneinander differenzieren. Somit wird die Wahl des Mittels sehr erleichtert:

Allgemeiner Hinweis: Bei Verstauchungen gibt es viel mehr Mittel die in Frage kommen können. Jedoch hat die Praxis gezeigt, dass vor allem die oben genannten Mittel besonders häufig vorkommen. Eine professionelle Hilfe ist dennoch anzuraten.

Nun kommen wir bei Verstauchungen zu den besagten Mitteln:

Rhus toxicodendron:

Die Verstauchung bei der Rhus toxicodendron benötigt wird, zeigt sich insbesondere durch folgende Symptome:

Die Schmerzen sind ziehend, reißend, als ob die Muskeln zu kurz wären.
Die Gelenke können knacken, sich steif anfühlen.

Die wichtigsten Symptome als Unterscheidungsmerkmal zu Arnika:

Die Schmerzen bessern sich nicht in Ruhe.
Besserung der Schmerzen durch Wärme !!
Patient ist unruhig.
Schmerzen sind am Anfang der Bewegung besonders schlimm. Beim fortgesetzten, langsamen Gehen bessern sich die Schmerzen. Das Gegenteil von Arnika !

Arnika:

Die Verstauchung bei der dieses Mittel Vorrang hat, zeigt sich insbesondere durch folgende Symptome:

Die Schmerzen sind wie wund, als ob zerschlagen.
Die Gelenke sind wie ausgerenkt (Empfindung).

Die wichtigsten Symptome als Unterscheidungsmerkmal zu Rhus toxicodendron:

Die Schmerzen gehen mit einer Angst vor Berührung einher.
Im Gegensatz zu Rhus toxicodendron bessern hier kalte Wickel oder allgemein lokale Kälte.
Der Schmerz lässt bei Belastung nicht nach, verstärkt sich sogar.
Der Patient ist nicht ruhelos wie Rhus tox. Die Ruhe bessert die Schmerzen erheblich.

Ein persönliches Beispiel:

Bei einer Bergwanderung mit meiner damals 2-jährigen Tochter ereignete sich folgender Unfall: Meine Tochter saß im Tragerucksack bei mir auf dem Rücken. Trotz umsichtiges Verhalten meinerseits, trat ich beim Heruntergehen eines Hanges falsch auf. Ich verknickte mir meinen Fuß. An ein Auftreten war nicht mehr zu denken, zu groß war der Schmerz. 6 Kilometer Fußmarsch lagen noch vor uns. Es war ein reiner, sehr schmaler Wanderweg und wir waren auf unsere Beine angewiesen. Bei solchen Touren tragen wir immer Arnika mit uns, und ich bat meine Frau mir sofort 3 Globuli zu geben. Es waren die C 200. Wir nahmen unsere Tochter ab und ich setzte mich auf den Boden. Nach 5 Minuten wagte ich die ersten Schritte: Beim Auftreten knackte es noch einmal eigenartig im Fußgelenk. Voller Verwunderung bemerkte ich, dass der Schmerz nicht mehr so stark war. Es war als ob ein Gelenk wieder in seine richtige Stelle rutschte. Nach weiteren 5 Minuten konnte ich schon wieder ganz gut gehen. Aber ich machte noch einmal 15 Minuten Pause. Danach konnte ich ohne Probleme die 6 Kilometer in unsere Herberge laufen. Am Abend kamen die Schmerzen leichter zurück und ich nahm wieder eine Gabe mit 3 Globuli. Am nächsten Morgen spürte ich nur noch einen kleinen Stich beim Gehen. Ich nahm noch einmal eine Gabe. Im Laufe des Tages konnte ich schmerzfrei gehen, schonte mich jedoch. Die Schmerzen kamen dank Arnika nicht mehr zurück.

Einatmen von Fremdkörpern (vor allem Kinder):

Wenn Kinder oder Säuglinge Fremdkörper einatmen ist sofortige Hilfe angezeigt. Babies und Kleinkinder sofort in Bauch- und gleichzeitiger Kopftieflage bringen und bis zu 5 feste (angepasste) Schläge zwischen die Schulterblätter geben. Größere Kinder oder Erwachsene sofort rittlings auf ein Stuhl setzen, Oberkörper über die Lehne beugen und der Kopf muss nach unten gehalten werden. Nun kräftig auf den Rücken klopfen. Sollte weiterhin Lebensgefahr bestehen, sofort Notarzt alarmieren. Manchmal kommt der Fremdkörper nicht heraus. Das Kind bekommt zwar Luft aber sehr schwer. Hier sofort Arnika C 200 geben und Notarzt alarmieren. Arnika verhindert das übermäßige Anschwellen der Schleimhäute. Der Gegenstand kann nun durch die Bronchoskopie viel leichter entfernt werden. Auch eventuelle Verletzungen und Blutungen durch scharfe Gegenstände werden somit sofort angegangen. Bis der Gegenstand entfernt wird, können übermäßige Einblutungen sicher verhindert werden, und dem Kind wird der Schock oder die Angst genommen.

Verbrennungen und Verbrühungen

Diese Form der Verletzungen haben einen besonders prägenden Charakter. Oft werden die Betroffenen nach Jahren noch daran erinnert und es löst oft über Jahre hinweg traumatische Erinnerungen daran aus. Auch hier kann sehr sinnvoll die Homöopathie zum Einsatz kommen. Als wichtigste Mittel sind hier Cantharis und Arsenicum album zu erwähnen. Bei schwerwiegenden Verbrennungen ist der sofortige Kontakt mit der Notfallambulanz selbstredend und zwingend notwendig. Bei kleineren Verbrennungen sofort Cantharis C 30 oder C 200 geben und die Stelle unter fließend kaltem Wasser halten bis der Patient zu frösteln beginnt. Nach Bedarf Gaben wiederholen. Es können bis zu 4 Tage einmal täglich 3 Globuli eingenommen werden.

Cantharis:

Bei Verbrennungen und Verbrühungen ist der sofortige Einsatz von diesem Mittel sehr sinnvoll. Folgende Symptome sollen den Charakter dieses großartigen Mittels umreißen:

  • Beschwerden durch Verbrennung und Verbrühung
  • Schmerzen sind heftig brennend
  • Es entwickeln sich sehr schnell Blasen. Rechtzeitig gegeben, kann es Blasen vermeiden.

Arsenicum album:

  • Brennende Schmerzen, wie von glühenden Kohlen
  • Angstgefühl und Ruhelosigkeit
  • Große Schwäche
  • Angstgefühl, vor allem nach Mitternacht. Möchte nicht alleine gelassen werden
  • Oft großer Durst

Das eigenartigste Symptom bei Arsenicum album:

Brennende Schmerzen werden durch Wärme besser !

Auch hier gilt: Bis zu 4 Tage dreimal täglich 3 Globuli

Für Laien sind die Symptome zwischen diesen zwei Mitteln oft verwirrend. Daher kann man im Zweifel mit folgender Vorgehensweise sehr gute Effekte erzielen:

Nach der Verbrühung oder Verbrennung geben Sie sofort Cantharis C 200. Am nächsten Tag geben Sie bitte Arsenicum album C 200. Und am nächsten Tag wechseln Sie bitte wieder zu Cantharis C 200. Dies können Sie bis zu 5 Tagen im Wechsel durchführen. So sind alle wichtigen Symptome abgedeckt und die Gefahr einer Infektion oder einer Narbenbildung wird so geschwächt. Natürlich ist dies von der Schwere des Falles abhängig.

Sollte die Verbrennung oder die Verbrühung lange zurückliegen und es sind immer noch Beschwerden vorhanden, können Sie mit Causticum C 200, einmalige Gabe, gute Effekte erzielen. Fragen Sie hierzu Ihren Homöopathen oder lesen Sie die Materia Medica über Causticum sorgfältig nach ob die Symptome passen.

Homöopathie bei Verletzungen und Unfällen TEIL 2

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